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Schon wieder China: Boehringer findet IBD-Innovation in Shanghai

Boehringer Ingelheim setzt seine internationale Einkaufstour für innovative Wirkstoffe fort – und landet erneut in China. Der deutsche Pharmakonzern ging Ende Januar eine Lizenz- und Entwicklungskooperation mit der in Shanghai ansässigen Simcere Pharmaceutical Group ein, um einen neuartigen bispezifischen Antikörper gegen entzündliche Darmerkrankungen (IBD) voranzubringen. Der frühe Entwicklungsstand in der Präklinik verursacht dennoch einen hohen Preis: der Deal überschreitet im möglichen Gesamtvolumen die Milliardengrenze.

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Im Zentrum der aktuellen Vereinbarung zwischen Boehringer Ingelheim und Simcere Pharmaceutical steht SIM0709, ein präklinischer Antikörper, der gleich zwei krankheitsrelevante Signalwege adressiert: TL1A und IL-23. Der Ansatz soll die bekannte Wirksamkeitsdecke heutiger IBD-Therapien durchbrechen – ein ambitioniertes Ziel in einem Feld mit hohem medizinischem Bedarf. Boehringer erhält die weltweiten Rechte außerhalb von China, Simcere winken Vorauszahlungen, Meilensteine und Lizenzgebühren von insgesamt bis zu rund 1,06 Mrd. Euro.

Fernrohr auf China gerichtet

Dass Boehringer dabei erneut auf einen chinesischen Partner setzt, ist längst kein Zufall mehr. In den vergangenen Monaten häuften sich die Schlagzeilen über westlich-chinesische Biotech-Allianzen: BioNTech etwa lizenzierte mehrere Onkologie-Assets aus China ein. Roche, Novartis oder Merck folgten ähnlichen Mustern. China hat sich vom verlängerten Werkbank-Standort zum ernstzunehmenden Innovationshub entwickelt – mit schneller präklinischer Entwicklung, gut gefüllten Pipelines und zunehmend globalem Anspruch.

Für Simcere ist der Deal ein weiterer Beleg dieser Entwicklung und bereits die zweite Auslizenzierung im Autoimmunbereich. In kürzester Zeit schloss das Unternehmen fünf internationale Partnerschaften mit einem potentiellen Gesamtwert von rund 4,6 Mrd. US-Dollar. Für Boehringer wiederum stärkt die Kooperation die Immunologie-Pipeline und zeigt einmal mehr: Wer heute nach neuen Wirkmechanismen sucht, kommt an China kaum noch vorbei.

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